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Wie ernähre ich meinen Vogel richtig?

Die ständige Futterverfügbarkeit führt bei vielen Vögeln  zu einer übermäßigen  Futteraufnahme. Eine "natürlicheFressbremse", d.h. eine innere Uhr die durch ein Sättigungsgefühl  die Vögel vor dem "Überfressen" schützt existiert nicht.

Wie bei unseren Gartenvögeln, so sind auch bei unseren Ziervögeln  die Aktivitätszeiten und damit die Hauptfresszeiten  am morgen und am Nachmittag/Abend. Um dieses tageszeitlich unterschiedlichem Fressverhalten Rechnung zu tragen, können die Futternäpfe beispielsweise  morgens  mit einer Halbtagesdosis Futter befüllt werden. Diese kann so bemessen sein, dass am Nachmittag die Näpfe vollständig geleert sind. Eine derartige Mengenbegrenzung verhindert zugleich eine einseitige  Ernährung durch  Futterselektion, weil nach herauspicken der Lieblingsfuttermittel der Hunger mit den weiteren Futterbestandteilen gestillt werden muss.

 

Sämereien: auf die richtige Zusammensetzung kommt es an!

Denn ein weiteres grundlegendes Problem bei vielen übergewichtigen Papageienvögeln ist  eine falsche Zusammensetzung des Futters. Man darf nicht dem Irrglauben verfallen, dass ein Vogel instinktiv weiß, welches und wie viel Futter für ihn gesund sind.

 

Papageienvögel selektieren ihre Nahrung und bevorzugen in der Regel fett- und damit energiereiche Futtermittel. Im täglichen Überlebenskampf in der Natur ist diese Eigenschaft von Vorteil, im "Schlaraffenland" der Voliere, wo jederzeit Futter ohne jeden körperlichen Aufwand gefunden werden kann, dagegen von Nachteil. Füttert man einen Großpapageien beispielsweise mit einer handelsüblichen Sämereienmischung, so werden häufig als erstes die "Lieblingskörner" verspeist. Und dabei handelt es sich in der Regel um die fettreichen Saaten.

Biologisch und tiermedizinisch richtig ist der Ansatz, abwechslungsreiche, am natürlichen Nahrungsspektrum orientierte Futtermittel hoher Qualität den Tieren anzubieten. Dabei werden die traditionellen Sonnenblumen/Nuss-Mischungen durch vielseitige Sämereienmischungen, Obst und Gemüse, Früchte und Gräser ersetzt. Die Nahrung sollte so zusammengestellt werden, dass sie den spezifischen  Ansprüchen der unterschiedlichen Papageien gerecht wird.

 

Pellets: nährstoffreich aber auch  eintönig

Im Bestreben, eine gesunde Mischung der für den Vogel notwendigen Nährstoffe zu füttern, wurden vor einigen Jahren Pellets als Vitaminreich Alleinfuttermittel in den Markt eingeführt. Dadurch konnte das Risiko einer futterselektionsbedingten Falschernährung ausgeschlossen werden.

Ein Nachteil der Pellets ist allerdings die Eintönigkeit der Futteraufnahme. Gerade in Menschenhand ist das Beschäftigen mit der Nahrung sehr wichtig für die Tiere! Außerdem besteht die Vermutung, dass die mehlige Konsistenz der Pellets negative Einflüsse auf den Magen-Darm-Trakt der Papageien hat - diese Frage wird kontrovers diskutiert und ist zum heutigen Zeitpunkt nicht endgültig geklärt.

 

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Ein Wellensittich darf niemals länger als 24 Stunden ohne Futter sein, da er keine Fettreserve anlegen kann, von der er im Notfall zehren kann.


Sepiaschale und Kalkstein versorgen den Vogel mit wichtigen Mineralien und sorgen zudem noch für eine natürliche Abnutzung der Krallen und des Schnabels.

 

Keimfutter ist eine gute und sehr vitaminreiche Kost für Wellensittiche. Durch das 24 h Quellen wird das Futter weich und leichter verdaulich. Keimfutter sollte so oft wie möglich aber mindestens einmal pro Woche angeboten werden.
Für das Keimfutter eignet sich jede normale Körnermischung insofern, dass sie von guter Qualität ist und gut keimt.

Rezept: Als erstes sollte man eine Portion Körnerfutter in eine Sieb geben und das ganze mit Wasser gut durchspülen. Dann wird das Futter in ein Behältnis, z.b. einen Eimer gegeben und mit Wasser soweit aufgefüllt, bis alle Körner bedeckt sind. Nun muss das Futter 24 Stunden lang quellen, und sollte immer wieder alle 2-4 Stunden gut durchgespült werden. Wenn die 24-stündige Quellzeit vorüber ist, kann man das Futter den Wellensittichen reichen. Es handelt sich in diesem Zustand um Quellfutter welches ebenfalls gern gefressen wird.

Um Keimfutter herzustellen muss man dieses Quellfutter aber nun noch keimen lassen, d.h. man spült es unter Wasser im Sieb gut durch und legt das ganze wieder in den Eimer, diesmal jedoch ohne Wasser. Man sollte es so verteilen, dass überall gut Luft rankommt und möglichst wenig Körner übereinander liegen. Nun lässt man das Futter keimen. Es sollte darauf geachtet werden, dass das Futter immer und immer wieder gut durchgespült wird. Wenn kleine weiße Pünktchen an den Körnern zu sehen sind, ist der richtige Zeitpunkt es zu verfüttern. Wichtig ist, dass man immer wieder Geruchs- und notfalls auch Geschmacksproben nimmt um sicher zu gehen, dass das Futter nicht schimmelt, was relativ schnell passieren kann. Das Futter sollte leicht nussig riechen und schmecken.

Eine sehr beliebte Leckerei ist die Kolbenhirse. Sie sollte aufgrund des hohen Fettgehalts aber nicht zu oft gereicht werden. Besonders beliebt sind rote und gelbe Kolbenhirse, aber auch anderen Hirsesorten wie Sorghum- oder Rispenhirse sind die Wellensittiche gegenüber nicht abgeneigt. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man auf jeden Fall auch ab und zu (in den Sommermonaten) halbreife Hirsesorten füttern, da diese mehr Vitamine enthalten.
Die Kolbenhirse ist auch ein beliebtes Mittel zur Zähmung. Wenn Sie Wert auf zahme Vögel legen, bieten Sie die Hirse stets nur aus der Hand an. Meist können die Wellis bei dieser Leckerei nur schwer wiederstehen und lernen mit Ihrer Hand positives zu verbinden.

 

Die gelbe Kolbenhirse zählt zu den beliebtesten, aber auch fettesten Leckereien. Sie sollte aufgrund ihres hohen Fettgehaltes nicht allzu oft angeboten werden.

Ebenfalls sehr beliebt ist die Silberhirse. Sie ist leider oft nur über Online-Futtershops zu bekommen.

 

Knabberstangen sollten möglichst nur auf der Speisekarte stehen, wenn sie selbstgebacken wurden, da die industriell hergestellten Knabberstangen fast immer Salz, Zucker, Konservierungsstoffe etc. enthalten die zu schweren Nierenschäden führen können.

 

Ich habe Euch ein paar Rezepte erstellt, diese aber selber noch nicht ausprobiert.

Versucht es mal. Eure Wellis werden Euch Danken, dass Ihr keinen Zucker oder Honig beimengt.

Mit Sicherheit. 

 

Obst und Gemüse ist die Optimale Nahrungsergänzung da sie den Wellis großen Knabberspaß bringt und viele wichtige Vitamine erhält. Wichtig ist, dass das Obst oder Gemüse immer frisch, möglichst ungespritzt und immer gut abgewaschen gereicht wird.
Hier eine Liste mit Gemüse, welches den Vögeln verfüttert werden darf:
Auberginen, Chicorée, grüne Erbsen, Fenchel, Gurke, Kefen, Löwenzahnblätter, Maiskörner, Möhren, ungespritzte Salate, Sauerampfer, Spinatblätter, Tomate Bailikum, Kresse, Melisse, Minze, Zucchini, Paprika, Endivien, etc.
Obst: Ananas, Apfel, Aprikose, Banane, Birne, Brombeeren, Erdbeeren, Feigen, Himbeeren, Kirschen, Kiwi, Mandarine, Melone, Orange, Pfirsich, Trauben, Holunderbeeren, Weintrauben.

 

Frischkost sollte jeden Tag angeboten werden, damit die Wellensittiche ihren Vitaminbedarf decken können.

 

 

 

 

 

 

 

 

Egal ob Obst oder Gemüse, wenn Wellensittiche sich erst einmal daran gewöhnt haben, wird alles probiert.

 

Karottenkraut ist vitaminreich und quasi kostenlos, da es für den Menschen keine Verwendung hat. In manchen Supermärkten werfen die Leute es in einen Abfalleimer speziell für Obst und Gemüsereste. Normalerweise darf man sich das Karottenkraut dann einfach mitnehmen (bitte aber an der Kasse fragen).

 

Obwohl Wellensittiche relativ lang ohne Wasser überleben können ist es dennoch wie bei nahezu jedem anderen Lebewesen lebenswichtig. Wasser sollte immer frisch gereicht werden. Wasser das es in Zoofachhandlungen zu kaufen gibt muss nicht verwendet werden, denn es ist im Verhältnis relativ teuer. Leitungswasser in Zimmertemperatur reicht für unsere gefiederten Freunde vollkommen aus.

 

Petersilie

 

Petersilie enthält ebenfalls viele Vitamine und Mineralien. Sie stärkt allgemein das Immunsystem

und heilt Erkrankungen der Luftwege und wird auch bei Verdauungsbeschwerden genommen.

Sauerampfer, Löwenzahn und Wegerich  enthalten neben Nährstoffen, Vitamine und Mineralien. Von dem Letzteren ist das Magnesium gefragt und die genannten Pflanzen haben erhöhte Werte. Neben Leistungsabfall, Wachstumsstörungen bis hin zu Verhaltungsstörungen ist alles auf eine Unterversorgung von Magnesium möglich. Das Wichtigste aber ist die Stärkung und Entspannung der Muskeln eben durch Magnesium. Der wichtigste Muskel überhaupt ist der Herzmuskel und der braucht immer ausreichend Magnesium.

Oregano bzw. seine veredelte Forum Majoran hat ein Antibiotikum in sich und wirkt bakterien- und pilzabtötend.

Ähnlich sollen auch Thymian und Salbei wirken. Was für uns Vogelhalter sehr wichtig ist, es hilft gegen Kokzidien.

Brennessel sollte unbedingt beigefüttert werden, da bei Kokzidien im Darm Blutungen entstehen können. Es hilft nicht nur bei der Gerinnung des Blutes, sondern löst auch Blutgerinnsel auf. Für die meisten Züchter aber zählt das Vitamin E, welches in der Geflügelzucht die Bezeichnung „Fruchtbarkeitsvitamin“ erhalten hat. Die Brennessel sorgt für ein gutes Nervensystem, stärkt das Immunsystem und sorgt besonders bei Jungvögeln für eine gute Entwicklung. Sie enthält viele Mineralien: Eisen, Magnesium, Kalzium, wie auch Vitamine und das für verschiedene Vogelhalter so wichtige K1.

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