Einsamer Wellensittich
einsam und allein,
möcht ein Wellensittich nicht sein.
Willst du es nicht glauben,
schau in seine Augen.
Traurigkeit macht sich breit,
wär er doch viel lieber zu zweit.
In Gesellschaft möcht er leben,
dies kann der Mensch ihm niemals geben.
Beim Gedanken an das Leben im Schwarm,
wird ihm ums Herz ganz warm.
Einen Partner kann ihm alles geben,
ein erfülltes glückliches Wellensittichleben.
Kraulen, spielen, schmusen und auch necken,
das würde in ihm große Freude wecken.
So könnt er verbringen viele Stunden,
denn dann hätte er das große Glück gefunden.


© by Dagmar Polte

Es ist schon lange her, ich glaube schon fast so 3 Sommer!!
Damals, in meinem alten Zuhause, wo meine Eltern auch waren und meine Geschwister- wir saßen alle gerade ganz gemütlich rum und wollten ein Nickerchen machen, da kamen so zwei Federlose!
Fremde Federlose waren immer ein Grund zur Sorge, sie guckten sich um, zeigten mit ihren Krallen auf uns und unterhielten sich in ihrer Sprache, die ich leider heute noch nicht verstehe!! Dann kam meistens immer der große Federlose, der uns auch immer Futter gibt, mit so einem weißen Netz und fing immer einen von uns ein!! Keine Ahnung warum er das tat, aber ich glaube diese fremden Federlosen haben die dann immer mitgenommen, denn sie sind nie wieder zu uns zurück gekommen. Darum waren wir schon immer auf der Hut, wenn mal wieder fremde Federlose da waren.
Dieses Mal waren es ein Federlosen-Hahn und eine Federlosen-Henne, sie standen lange vor uns und die ganze Zeit guckten sie mich an!!  Das machte mir große Angst, aber ich versuchte so zu tun, als wenn ich schlafe, damit sie mir meine Angst nicht anmerkten. Doch plötzlich, bevor ich mich vergucken konnte, kam der große Federlose mit dem weißen Ding und fing mich ein!! Ich hatte panische Angst, fast hätte ich aufgehört zu atmen!! Ich blieb zuerst ganz starr, doch dann biss ich wild um mich, in der Hoffnung, daß ich wieder heraus kommen würde, aber dann packte man mich und steckte mich in einen dunklen kleinen Karton!!

Ich dachte, jetzt wäre alles vorbei, ich hatte so große Angst und zitterte wie wild!!
Dann hörte ich Autotüren und eine Zeit lang wackelte ich !! Irgendwann dann ging plötzlich der Karton auf, aber ich blieb in der anderen Ecke, wollte gar nicht sehen, was dort draußen war, ich fühlte mich so hilflos!!
Nach einiger Zeit guckte ich dann doch mal raus, ich war in einem kleinen Käfig, ich kam ein Stück weiter raus und suchte nach den anderen Vögeln, die hier wohnten!
DA WAREN KEINE!!!

Das konnte ich gar nicht glauben, nie , aber wirklich nie, war ich vorher allein gewesen, dass ist ja auch gar nicht so üblich bei uns Vögeln!!

Nach einer Weile setzte ich mich auf eine Stange, ich hatte zwar große Angst, aber ich dachte, ich könnte irgendwo doch noch andere Vögel finden!!
Irgendwann gab ich auf, hier konnten gar keine anderen Vögel mehr sein, ich konnte nix hören, außer die Laute der Federlosen, die auch ständig mit ihrem großen Kopf an mein Gitter kamen.
Oh man, ich fühlte mich schrecklich, ich wurde müde und wollte schlafen, aber ich konnte nicht, weil ich niemanden zum ankuscheln hatte, und mir war kalt!!  Ich versuchte mir Mut zu machen, morgen würde ich mir etwas einfallen lassen! 

Und dann viel ich in einen ganz unruhigen Schlaf!
Am nächsten Morgen zwitscherte ich so laut ich konnte, ich hatte mir überlegt, dass wenn ich die anderen Vögel nicht hören konnte, dann mussten sie mich wenigstens hören, aber es kam keine Antwort.

Nur ständig kamen diese Federlosen an, und beguckten mich oder streckten mir ihre komischen riesigen Krallen entgegen!!

Ich wurde immer trauriger, und ich fühlte mich so einsam!!
Es verging viel Zeit, ich hatte viele Tage lang so laut ich konnte gerufen, aber nie hatte ich Antwort erhalten, langsam verstand ich, daß keine anderen Vögel mehr kommen würden!!
Was sollte ich tun, ich fühlte mich so einsam, mittlerweile hatte ich zwar verstanden, das die Federlosen mir nix tun, sondern meine Freunde sein wollten, aber egal was ich zwitscherte, sie verstanden mich nicht, und ich auch nicht sie!!

Außerdem waren sie oft weg, immer ganz früh morgens, verließen sie beide das Haus und kamen erst spät nachmittags wieder, und das jeden Tag. Manchmal sind sie auch Abends oder nochmal Nachmittags weggegangen, ich hatte jedes Mal große Angst, dass sie nicht wiederkommen würden.

Das war immer sehr schrecklich, denn dann war ich wirklich ganz allein, dann war niemand mehr da und es war mucksmäuschenstill!!
Ab und zu, durfte ich auch raus, das tat zwar meinen Flügeln echt mal gut, sie zu bewegen, aber nachdem ich dann ein paar Runden gedreht hatte, wußte ich auch schnell schon nicht mehr, was ich machen sollte. Dann guckte ich bei den Federlosen, aber das war auch meistens nicht so interessant!
Ich bin dann immer hin zu den Federlosen und habe ihnen was erzählt oder ihnen die Federn ein bißchen gezupft, aber ich glaube sie haben nie verstanden, was ich ihnen sagen wollte!!
Sie haben mich dann immer versucht zu kraulen, aber so richtig toll war das nicht, ich konnte mich nicht wirklich daran gewöhnen.

Aber weil ich diese ständige Einsamkeit nicht mehr ertragen konnte, gesellte ich mich dann trotzdem immer wieder zu ihnen, um wenigstens ein bisschen Beschäftigung zu haben!!!

Tja, das ist jetzt schon sehr lange her, und ich hatte mich mit meiner schrecklichen Situation abgefunden!! Doch dann, plötzlich eines Tages, dachte ich, ich hätte falsch gehört - ich hörte ein Pfeifen! Ich dachte, das käme bestimmt aus diesem großen eckigen Ding, wo die Federlosen immer reinguckten, aber dann hörte ich es nochmal und guckte zu dem eckigen Ding, es war schwarz, also nicht an!!

Dann- wieder ein Gepfeife!!!
Ich pfiff so laut ich konnte zurück, wenn da ein Vogel sein sollte, dann mußte er mich hören!!

Und dann, kamen auf einmal die Federlosen, öffneten mein Türchen und stellten mir so einen komischen Karton auf den Boden!! Oh man, hatte ich Angst und ich war ja so aufgeregt!!
Plötzlich hörte ich wieder ein Pfeifen - das kam aus dem Karton!
Ich erinnerte mich daran, wie ich in so einem Karton hierher gekommen war, und dann fasste ich all meinen Mut zusammen und lief schnell zu der Öffnung um hineinzusehen!!
Und dann bin ich fast vor Schreck auf meinen Bürzel gefallen! Da guckten 2 runde Augen raus!! Oh mann, da saß wirklich ein Vogel drin, so einer wie ich es bin!!
Als der andere Vogel mich sah, kam er etwas aus dem Karton raus!!
Es hat auch nicht lange gedauert, da kam er dann ganz raus!!
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie glücklich ich war!!

Die ersten paar Tage wollte er nicht so recht mit mir kuscheln, aber mittlerweile haben wir uns schon besser kennengelernt! Und jetzt endlich habe ich jemanden, der mich krault und den ich kraulen kann!!

Wir haben uns schon viel erzählt und ich hab auch schon versucht ihm zu erklären, dass die Federlosen gar nicht so schlimm sind, auch wenn sie uns nicht verstehen und wir sie auch nicht!!

Er glaubt mir noch nicht so ganz, aber ich glaube irgendwann wird er es schon noch merken!!
Wir sind sogar schon zusammen draußen geflogen, man war das ein Spaß, wir haben uns gejagt, und ich habe ihm alle tollen Sitzplätze gezeigt, die ich so kenne!!

Ich konnte gar nicht genug bekommen und wollte am liebsten gar nicht mehr in den Käfig zurück!!
Ich bin so glücklich, ich könnte lauter Loopings fliegen!! Jetzt ist mein Leben wieder schön und macht wieder Spaß!!
Ich hatte schon nicht mehr dran geglaubt!!

Aber vielleicht haben meine Federlosen ja doch verstanden, wenn ich mit ihnen gezwitschert habe??

Ich habe ihnen nämlich immer und immer wieder so oft und so lieb ich konnte gezwitschert, dass ich sie zwar wirklich sehr gerne mag, aber dass ich trotzdem noch einen Freund haben möchte, mit dem ich immer zusammen sein kann!!

 

Wellensittiche sind nur mit einem Partner glücklich !!!

 

In Ihrer Heimat Australien gehören Wellensittiche genauso zum alltäglichen Bild wie in unsen Breitengraden etwa Meisen, denn sie stellen in Down Under die zahlenmäßig größten Populationen der verschiedenen Papageienvögel dar.

In Schwärmen von oft hunderten Vögeln ziehen sie als Nomaden auf der Suche nach Nahrung durch das Outback und meiden dabei lediglich dichter bewaldete Gebiete und die Küstenregion. Bieten sich für die Tiere nach einer längeren Regenperiode günstige Bedingungen - genügens Grassamen als Nahrungsquelle für die nächsten Wochen und Monate- setzen die Wellis zum Brutgeschäft an. Die Weibchen suchen sich in Baumhöhlen einen sicheren Unterschlupf und legen dort zumeist zwischen vier und sechs Eier. Währen der 18-21-tägigen Brutdauer wird die Henne von Ihrem Hahn mit Futter versorg. Etwa acht Wochen nach dem Schlupf ist der Nachwuchs nicht mehr auf das Füttern der Elterntiere angewiesen und kann sich zusammen mit seinen Artgenossen im Schwarm auf die Suche nach Nahrung begeben.

 

Das Schwarmleben ist für die wildlebenden Wellis eine richtige Überlebensstrategie, denn in der Masse geht das Individuum unter und ist so durch Feinde weniger angreifbar. Ein einzelner Wellensittich gagegen, der zum Beispiel den Anschluß zu seinen Artgenossen verloren hat oder aufgrund einer Erkrankung vom Schwarm ausgestoßen wurde, stellt ein sehr einfaches Ziel für etwa Greifvögel dar.

Nicht aus der Masse heraus zu stechen ist darum besonders wichtig für die kleinen Papageien, weswegen sie - sowohl wildlebend als auch unsere Stubenwellis - Krankheiten so lange wie möglich verbergen, um nicht aufzufallen.

 

Eine weitere Anpassung ist die gefiederfärbung der Vögel: grün mit gelbem Kopf, schwarzem Wellenmuster auf dem Rücken und blau-grünem Schwanz. Die Wellenzeichnung die den Tieren auch den Namen gab, verschmilzt mit der Umgebung, wenn die Sittiche bei der Nahrungssuche Grassamen vom Savannenboden picken; das Grün ihres Federkleids tarnt sie dann wöhrend ihrer Ruhepausen in den Wipfeln der Eukalyptusbäume.

Vor nunmehr als 150 Jahren kamen die ersten wild gefangenen Wellensittiche nach Europaund mit zunehmenden Zuchterfolgen stellten sich nach und nach erste Farbmutationen ein, wobei blau gefärbte Vögel mit weißem Kopf den Anfang des mittlerweile sehr umfangreichen Farbspektrums machten. Auch Körperform und Größe veränderten sich im Laufe der Zeit, so dass es neben den Hansi-Bubis, die von Ihrer Statur noch relativ nah am Vorbild Ihrer Vorfahren sind, auch so genannte Standardsittiche gibt, die um ein Vielfaches größer sind als Ihre Ahnen und duch ein imposantes Kopfgefieder und eine Vielzahl an Kehltupfen besonders auffallen.

 

Im Verlauf seiner Domestikation erfreute sich der Wellensittich immjer weiter wachsender Beliebtheit, wobei die Vögel oft zu reinen Zierde oder als lustiger Spielkamerad von allen Kindern gehalten wurden. Die Verhältnisse, in denen diese Wellis leben mußten - und nicht selten leider auch noch heute leben - waren dabei alles andere als artgerecht:

Zumeist einzeln fristete ein Welli in einem viel zu kleinen Käfig, oft ganz ohne Freiflug, dafür mit Spiegel und Plastikkamerad als Gesellschaft, sein Dasein. Das bedürfnis nach einem zahmen, zutraulichen Vogel, der am besten auch noch sprechen kann, wurde viel zu lange über die Bedürfnisse gestellt, die diese Tiere zweifelsohne haben.

 

Heute hat sich die Einstellung vieler Halter zum Glück verändert und sie haben erkannt, dass man so ein soziales Tier wie den Wellensittich nicht einzeln halten darf, wodurch nicht wenige dieser kleinen Papageien Ihr Leben mit einem oder sogar mehr Artgenossen zusammen verbringen dürfen.

Auch achtet der Halter von heute mehr auf eine gute Unterbringung, ausreichend Freiflug und eine gesunde Ernährung für seine Schützlinge.

So stehen in vielen Wohnzimmern schon große Käfige oder Volieren, teilweise gibt es schon eigens für Wellis eingerichtete Zimmer, in denen sich die quirliger Gesellen austoben können.

Spiegel, Plastikvögel und -stangen sind Spielzeugen  und Sitzgelegenheiten aus Naturhölzern z.B von Obstbäumen gewichen, für ausreichend Beschäftigung und Abwechslung sorgen Spielplätze in verschiedenen Variationen - aufgestellt, von der Decke hängend, mit schaukelnden Kletterseilen und Kork zum Schreddern - die von Zeit zu Zeit neu gestaltet werden, damit bei den munteren Vögeln keine Langeweile aufkommt.

 

Und auch bei der täglichen Körnermischung, welche, wie bei den australischen Verwandten die Nahrungsgrundlage der Wellensittiche darstellt geht der Trend weg vom 08/15-Futter, das so ungesunde Zusätze wie etwa Zucker enthält, hin zu hochwertigem Futter, mit vielen verschiedenen Saaten, die zur Abwechslung mit getrockneten Kräutern oder Beeren aufgepeppt werden. ZUr Ergänzung nehmen die meisten Sittiche gerne noch verschiedene Sorten an Frischkost zu sich, ganz hoch im Kurs stehen hier Vitaminlieferanten wie Apfel, Gurke, Möhre und Basilikum.

Obwohl das Wissen über  die Bedürfnisse von unseren Stubenwellensittichen in den letzten Jahren gewachsen und über verschiedene Medien für jeden erreichbar ist, ist nicht längst jeder (potentielle) Besitzer zu einer Artgesrechten Haltung zu bewegen.

Noch immer halten sich hartnäckig Gerüchte, die zum Beispiel besagen, nur ein einzeln gehaltener Welli würde zahm werden. Dabei können längst unzählige Halter von ganzen Wellischwärmen genau das Gegenteil berichten - bei Wellensittichen ist es eine Frage des Charakters, ob und wie schnell sie Zutrauen zum Menschen fassen - unabhängig davon , mit wievielen Artgenossen ein Vogel lebt. Als Gegenbeweis gibt es auch zahllose Einzelvögel, die ihr Leben lang Ihrem Menschen scheu bleiben und so ein Dasein in völliger Einsamkeit fristen.

Führt sich der bisher von der Einzelhaft überzeugte Halter jedoch einmal vor Augen, dass ein Wellensittich nur eine enge Bindung zu Ihm eingeht, weil Ihm sonst keinerlei Sozialkontakt zur Verfügung steht, es sich also um eine reine Verzweiflungstat handelt, um nicht völlig isoliert zu sein, wird vielleicht auch er begreifen, welches Leid er seinem Tier damit antut.

Die Einzelhaltung von Wellis führt darüber hinaus nicht selten zu verschiedenen Verhaltensstörungen, die die Gesundheit und im weiteren Verlauf sogar das Leben des Vogels gefährden.

Aus diesen Gründen ist es sowohl in Österreich als auch in der Schweiz mittlerweile per Gesetz verboten, ein Tier wie den Wellensittich, der so dringend soziale Kontakte zu Artgenossen braucht, eizeln zu halten.

In Deutschland konnte eine solche Regelung bislang leider nicht durchgesetzt werden und es liegt hier in der Verantwortung weiterhin beim Halter, seinem Tier dieses absolute Grundbedürfnis zu erfüllen.

 

Solange hierzulande noch nicht jeder davon überzeugt ist, dass ein Welli nicht allein in einem kleinen Käfig mit einem Spiegel gehört, wird sich das Projekt von www.welli.net, in dem sich erfahrene Wellensittich-Halter für die Artgerechte Haltung dieser Tiere engagieren, weiterhin dafür einsetzen, dahingehend Aufklärungsarbeit zu leisten, denn das Ziel ist es, auf diesem Wege mehr und mehr Haltern die Ansprüche, die diese Tiere an uns Menschen stellen, nahe zu bringen.

 

Leider ist dieser Text nicht von mir sondern von Beate Lux

 

 

 

 

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